31. März 2006

Jetzt reicht es aber!!!


Ich muss jetzt endlich mal mit diesen unverschämten Andeutungen aufräumen, die mein Gewicht betreffen. Offensichtlich glauben einige Kleingeister, daß es unmöglich ist, in Amerika sein Gewicht zu halten, nur weil an jeder Ecke fettiger Dreck zum Verzehr angeboten wird. Also: Schluß mit diesem Unsinn. Ich würde ja noch mehr dazu schreiben aber ich muss los, wir haben ein neues Restaurant gefunden, dort gibt es Fett und Speck in Öl.

29. März 2006

Der Hammer


Meine Aufgabe heute war, als Troubleshooter für ein von atsec ausgerichtetes Comittee Meeting nach dem Rechten zu sehen. Das Treffen fand in der University of Texas statt. An jeder Ecke gibt es geschichtliches zur Universität, unter anderem diese faszinierende Sammlung von Holzhämmern, mit denen der Vorsitzende der Dozentenversammlung zur Ordnung rief. Nach alter Tradition gab es immer einen neuen Hammer, wenn ein neuer Vorstand gewählt wurde. Ich nehme eher an, die Hämmer wurden auf die Köpfe der Anwesenden geschlagen, um sie zur Ruhe zu bitten...

Die Sitzung des Komittees war niedlich und sehr bürokratisch. Aber der Kaffee und die Donuts waren lecker.

27. März 2006

Company meeting


Das jährliche Company Meeting fand in einem Hotel in der Nähe des Büros statt und ich hatte die Ehre, den MC zu geben und das ganze zu moderieren. Das war auch wirklich ganz lustig, vor allem als ich unseren Chief Scientist als "inventor of the handshake and the question mark" ankündigte.

atsec geht es gut, die Geschäfte brummen, alle sind zufrieden. Und es gab Bonbons für Fiona. Es war vor allem nett, meine Kollegen aus dem fernen Ausland wiederzusehen: Yan aus Beijing und Alejandro aus Kyoto.

Den Abend habe ich dann mit einem Kinofilm ausklingen lassen: "The Inside Man" mit Clive Owen, Jodie Foster und Denzel Washington. Der war prima!

26. März 2006

Das waren Zeiten...

Nach einem Tag in der Wildnis hat es uns abends ins Kino gezogen. Gene wollte unbedingt "The Libertine" sehen. Johnny Depp spielt John Wilmot, den Earl of Rochester, dessen lasterhafter Lebenswandel ihn früh ins Grab bringt. Ein toller, wenn auch sehr deprimierender Film mit einem phantastisch spielenden Johnny Depp.

25. März 2006

Texas Funeral


In aller Frühe bin ich nach Killeen gefahren, um am Begräbnis von Georgettes Urgroßmutter teilzunehmen. Fast die gesamte Familie besteht aus strenggläubigen Baptisten und Fiona hatte mich gewarnt, daß ich höchstwahrscheinlich im Vorbeigehen getauft werde und ohne mein Wissen Baptist werde. Aber es hat sich nicht bewahrtheitet. Der Prediger hatte schon so einen Feuer-und-Schwefel-Charme, aber ich war positiv überrascht. Nur der Teil der Rede, bei der er eine endlose Kette von "Es gibt eine Zeit für die Aussaat und eine Zeit für die Ernte, eine Zeit für das Nehmen und eine Zeit für das Geben"-Zeilen zum Besten gab, war seltsam und fast wollte ich aufstehen und eine Zwischenfrage stellen. Es kam dann nämlich zu: "Es gibt eine Zeit für die Liebe und eine Zeit für den Hass, eine Zeit für den Frieden und eine Zeit für den Krieg..." Hm, interessant. Ich wollte ihn noch fragen, wann genau denn die richtige Zeit ist, seine Mitmenschen mal so richtig zu hassen, aber ich habe es dann doch nicht gemacht. Man ist ja auch immer Botschafter seiner Heimat.

Nach der kirchlichen Zeremonie ging es dann auf den familieneigenen Friedhof. Das hatte schon ein wenig was von 50er-Jahre-Film. Zum Glück hatte ich mich wieder erinnert, wie man die Krawatte knotet und damit hatte ich schon wieder ein paar Steine im Brett, denn Clip-on-Krawatten, wie sie in Amerika wohl sehr häufig getragen werden, gelten wohl als besonders schlechter Stil.
Jedenfalls habe ich die ganze Sache hinter mich gebracht, ohne gröbere Fehler zu machen, aber ich hatte mich auch vorher schon schlau gemacht, was denn an Etiquette zu beachten ist auf so einem Baptisten-Begräbnis.

24. März 2006

U, Me & Greg


Mit Fiona und einer ihrer Freundinnen sind wir ins Hideout Theatre gegangen, um dort das Cagematch anzuschauen. Die momentanen Champions "U, Me & Greg" haben es zum siebten Mal in Folge geschafft und Konkurrenz von der Bühne gepustet.
Danach sind wir zum Absacken in den Elephant Room gewandert - das ist einer der bekannteren Jazzkeller in Austin. Das war auch sehr nett, nur leider bedeutet Keller + Liveband = keine Unterhaltung möglich. Aber nett war es trotzdem.

Voices of America

I'll say one thing about those Iraqazoids – they're like Texans. They're greedy, paranoid religious fanatics who loooove to blow shit up.
-- www.whitehouse.org

When lawyer Bonnie Scott Jones of the Center for Reproductive Rights put Kline on the stand, she asked if anything beyond kissing was acceptable. Is oral sex performed by a boy a reportable crime? Yes, said Kline. Oral sex performed by a girl? ''I'm not certain," he said.
-- State Attorney General Phill Kline

Tom Cruise jumping on furniture again
-- CNN Entertainment

"Leave the Scientologists alone, already. Don't they have enough to worry about, what with the tyranny of the galactic God Xenu and his evil body thetans?"
-- The Onion

23. März 2006

Wahlen


Bald sind auch wieder Gouverneurswahlen in Texas. Ich würde für Kinky Friedman stimmen. "Why the hell not?" - das nenne ich einen guten Grund.

22. März 2006

Quick, quick... slooow...


Langsam kommt Schwung in die Salsastunden und heute sah es schon wie ein echter Tanz aus. Da genügend Männer im Saal waren konnten wir endlich den Paartanz üben und nicht nur die ganzen Schrittfolgen Solo ausprobieren. Alle haben noch laut den Takt mitgezählt, aber unserem Tanzlehrer zufolge sollten wir das auch - offensichtlich die schnellste Methode, die Schrittfolgen zu lernen und sich zu vergewissern, daß man nicht aus dem Takt kommt. Der gute Mann dreht immer noch die Geschwindigkeit der Musik herunter, damit wir eine Chance haben, das klingt sehr nett nach abgewürgtem Grammophon.

Argh!

Ahhhh...

Dan Savage hat heute mal wieder meinen Tag bereichert:

Straight Rights Update: Earlier this month, Republicans in South Dakota successfully banned abortion in that state. Last week, the GOP-controlled state house of representatives in Missouri voted to ban state-funded family-planning clinics from dispensing birth control. "If you hand out contraception to single women," one Republican state rep told the Kansas City Star, "we're saying promiscuity is okay." On the federal level, Republicans are blocking the over-the-counter sale of emergency contraception and keeping a 100 percent effective HPV vaccine—a vaccine that will save the lives of thousands of women every year—from being made available.
The GOP's message to straight Americans: If you have sex, we want it to fuck up your lives as much as possible. No birth control, no emergency contraception, no abortion services, no life-saving vaccines. If you get pregnant, tough shit. You're going to have those babies, ladies, and you're going to make those child-support payments, gentlemen. And if you get HPV and it leads to cervical cancer, well, that's too bad. Have a nice funeral, slut.
What's it going to take to get a straight-rights movement off the ground? The GOP in Kansas is seeking to criminalize hetero heavy petting, for God's sake! Wake up and smell the freaking Holy War, breeders! The religious right hates heterosexuality just as much as it hates homosexuality. Fight back!

Und besonders schön aus deutschen Landen ist dieses Video. Hach, da tut es mir doppelt Leid, nicht mehr da zu sein...

21. März 2006

V


"V for Vendetta" war angesagt, der neue Film der Wachowski-Brüder. Ich hatte allerhand unterschiedliche Kritkiken gelesen und war ziemlich gespannt. Tja, was soll ich sagen: visuell beeindruckend und stellenweise sehr gut, aber es bleibt der gleiche schale Geschmack wie bei Matrix 2 und 3: sehr viel philosophischer Brei nicht ganz durchdacht zusammengerührt. Aber unterhaltsam ist er auf jeden Fall.

19. März 2006

Bumpy ride


Sonntag, Tag der Abreise. Für den Rückflug sind wir mit Southwest geflogen. Am Gate haben sich alle wie doof gedrängelt, dann wurde der Abflug auf ein anderes Gate gelegt und alle rannten wie bekloppt dorthin und drängelten sich. Georgette und ich haben es langsam angehen lassen, schliesslich fliegen sie ja nicht ab, bevor alle durchs Gate sind. Dann ist mir der kleine Aufdruck "open seating" auf dem Boarding Pass aufgefallen - also keine reservierten Plätze. Und da habe ich mich schon zwischen zwei asthmatischen Sumoringern sitzen sehen. Ganz so schlimm war es dann nicht, aber wir mussten bis San Diego warten, bis wir nebeneinander sitzen konnten. Und kurz vor Austin sind wir dann in ein Gewitter gekommen - mit den schlimmsten Turbulenzen, dich ich je erlebt habe. Die Stewardess hat dreimal eine Durchsage gemacht, daß alles in Ordnung ist und sich niemand Sorgen machen soll. Dennoch gab es allerlei erschrecktes Gequieke, nur die Kinder hatten ihren Spaß, wenn das Flugzeug mal rasch ein paar Meter fiel oder seitwärts ausscherte. Kurz bevor wir in die Wolken hineingeflogen sind, konnte ich mir das Unwetter aber von oben ansehen und das sah unglaublich spektakulär aus: ein ständiges Leuchten aus der geschlossenen Wolkendecke heraus, so etwas hatte ich vorher noch nie gesehen und meine Nase ist immer noch ein wenig plattgedrückt...
Wir kamen mit etwas Vorsprung vor den Wolken am Flughafen an, aber kaum saßen wir dann in meinem kleinen Auto, brach das Gewitter auch schon über Austin herein und es wurde eine sehr schlitterige Rückfahrt - dafür mit außergewöhnlich schönen Blitzen, die hier natürlich ebenfalls größer sind als anderswo.

18. März 2006

Fetish Ball


Ausschlafen war angesagt, und danach sind wir wieder ein wenig in San Francisco herumgekurvt und konnten der Versuchung widerstehen, Alcatraz zu besichtigen. Hier ein kleines Stück unnützes Wissen: die Häftlinge von Alcatraz durften nur warm duschen, damit sie sich nicht abhärten konnten, falls sie tatsächlich im eiskalten Wasser bis ans Land schwimmen wollten. Nie wieder will ich "Warmduscher!" abwertend hören.

Nach einigem Suchen haben wir auch den in einer kleinen Gasse gelegenen Korsett-Laden Dark Garden gefunden, wo sie wirklich einmalig schöne Stücke hatten. Es werden nur Maßanfertigungen gemacht, dafür hat man aber auch alle Wahl der Qual bei den Materialien und dem Schnitt des Korsetts. Interessant war es vor allem, weil ich einen Blick in die Werkstatt werfen konnte - das war beeindruckende Handwerkskunst.

Georgette musste schon sehr früh im Hotel sein, in dem der Ball stattfand und ich habe mir noch ein wenig die Stadt angesehen und dann meiner Gastgeberin ins Korsett geholfen. Die Verwandlung war schon nicht schlecht und es gab dann auch gleich eine Fotosession auf dem Dach des Hauses - vor allem die Kinder in den Fenstern auf der anderen Straßenseite hatten eine wirklich gute Zeit. Elizabeth hat uns dann auch gleich in den Schatten gestellt und einen in knappes Latex gezwängten Freund an der Hundeleine mit auf den Ball gebracht. Vorher sind wir allerdings noch Sushi essen gegangen und haben die Kellner wohl ein wenig verschreckt.

Und dann war es endlich soweit: der Fetish-Ball war eröffnet. Es war eine sehr großer Festsaal mit Stuck an den Wänden und der Decke. Eine Balustrade verlief entlang des ganzen Saales und diente als VIP-Bereich. Von dort hatte man zwar einen besseren Blick nach unten aber es war nicht wirklich was los. Auf der Tanzfläche hingegen schon. Die Leute hatten sich wirklich sehr viel Mühe gemacht mit ihren Outfits und es war insgesamt sehr phantasievoll. Die Fashion-Show war auch sehenswert, die armen Models taten mir allerdings Leid, denn das waren mal unbequeme Sachen, die sie anhatten.

Leider war fotografieren da nicht mehr erlaubt - nur die Presse durfte noch. Das war sehr niedlich, daß auch die Pressefotografen alle im entsprechenden Outfit da waren.
Von neun bis drei haben wir durchgetanzt und uns mit allerlei Leuten unterhalten, und dann sind wir müde nach hause gewankt, wo Elizabeth bereits ihre von den 12-Zentimeter-Absätzen gequälten Füße in der Wanne hängen ließ.

17. März 2006

Das ist ja Seuss!


Der erste Weg des Tages hat uns an die Fishermen's Wharf gebracht, wo wir im Buena Vista Cafe zum Frühstück eingefallen sind. Zwei Dinge waren mir entfallen: trotz seines Namens ist das Cafe seit Urzeiten fest in irischer Hand, zweitens war St. Patrick's Day. Da wir nichts grünes anhatten, wurden wir des öfteren nach altem Brauch gezwickt, was für ein Spaß!

Danach ging es dann zu Madame S (einem Fetish-Laden) zur Anprobe. Georgette hat einen Deal mit Libidex aus Großbritannien gemacht und wird morgen auf dem San Francisco Fetish Ball für die Jungs modeln. Der Dress war eine Latex-Catsuit und es hat etwa eine halbe Stunde gedauert und einen Pott Talkum verbraucht, bis sie drin war. Das Ergebnis war allerdings sehenswert - also aus rein künstlerischer Perspektive.

Danach sind wir wieder in die Stadt gedüst und haben uns eine Ausstellung angesehen, in der Kunstwerke von Dr. Seuss gezeigt wurden, DEM Kinderbuchautor der Vereinigten Staaten. Die waren zum Teil sehr niedlich, zum Teil im Drogenrausch entstanden. Und besonders beeindruckt haben mich die Phantasietiere, die es oben im Bild zu sehen gibt.

Am Abend haben wir uns dann in unsere Neuanschaffungen geschmissen und sind zum Club Enslaved gefahren, wo Türsteher Gary, auch genannt "The Lock", die Tür bewachte. Das war eine interessante Erfahrung, denn die San Francis... äh... caner sind schon etwas modeorientiert als die Texaner, es gab z.B. nicht eine einzige Lederweste zu sehen. Ein langer Tag, ein schönes Ende.

16. März 2006

San Francisco


Heute habe ich gegen Mittag das Laptop zuschnappen lassen und dann ging es auch schon mit kleinem Gepäck Richtung Flughafen. In San Jose angekommen, gab es dann Dank eines Gutscheins meiner Firma wieder eine Monsterkarre, diesmal aber mit Navigationssystem, was mir eine Menge graue Haare erspart hat.
Die Fahrt von San Jose nach San Francisco fand im Regen statt und ich hatte schon die Befürchtung, daß es drei verregnete Tage werden würden, aber glücklicherweise kam dann doch noch die Sonne raus.
Georgette und ich sind bei Elizabeth untergekommen, die in der Innenstadt von San Francisco wohnt. Wir haben uns die Wohnung mit ihr und einer norwegischen Studentin geteilt, die Elizabeth auch über den Hospitality Club gefunden hatte. Die Inneneinrichtung würde ich mit den Worten "Explosion im Hanfladen" umschreiben. Sagen wir so: es war gemütlich, aber ich habe erst später festgestellt, daß die Wohnung einen Parkettoden hat. Elizabeth hat uns dann aber mit der Schneeschippe ein Stück freigeräumt und ein paar Decken ausgerollt, und dann ging es schon.
Sie ist umweltschützende Veganerin und militante Radfahrerin - eine Mischung, in der ich einiges Konfliktpotential mit meiner eigenen Lebensweise sah. Aber auch das hat sich nicht bewahrheitet. Ich konnte also wieder einige Pfund Vorurteile in die Bucht von San Francisco abfließen lassen...

Letzte Worte

Bevor ich die Schlüssel zu diesem Blog wieder abgebe und das Schreiben jenen überlasse, die wirklich "In der Ferne" sind, muss ich mir - und warum nicht auch euch? - eingestehen, dass nicht alles in Texas ganz furchtbar war. Ein paar Dinge haben mir wirklich (ja, wirklich!) gefallen. Zum Beispiel, dass fremde Menschen mich in schönstem Einklang mit meinem wahren Ich Darling nennen. Oder die exotische Fauna: Ich kann einen geplätteten Skunk am Geruch erkennen! Und erst die vielen Farben und inspirierenden Formen der Tiere, die weglängs ihre Nase (meistens auch mehr) auf den Asphalt des Highways drücken! Ich mag auch den Himmel, der viel weiter wirkt als bei uns, und über den die Blitze bei Gewitter quer schießen. Und ich mag, dass es so wenig Gewitter gibt. Und verdammt noch mal, ja, ich mag auch die hellen Straßenmarkierungen und den gebratenen Tofu an der Salatbar und Andreas' völlige Unfähigkeit am Shuffleboard, ha!, und Zimtsirup im Kaffee und die Testosteronausschüttungen der Cowboys beim Rodeo.

Aber vor allem wird mir der Cowboy mit dem weißen Hut fehlen, den ich hoffentlich bald wieder besuche - OBWOHL er in Texas wohnt.

Die Verfasserin wurde zur Veröffentlichung dieses Textes gezwungen. Sie sieht überhaupt nicht ein, für die Richtigkeit oder Glaubwürdigkeit der wiedergegebenen Inhalte irgendeine Garantie zu übernehmen.

South by Soutwest


Das Monsterspektakel nimmt seinen Lauf, die Stadt ist voll mit Fremden und es gibt keine Parkplätze mehr. Die zweite Salsa-Stunde war schon wesentlich besser, kein Joe Cocker auf Rollschuhen mehr, aber ich hatte auch bei jeder sich bietenden Gelegenheit geübt - Muscle Memory. Es wird aber sicherlich noch ein paar Wochen dauern, bis ich mich zum ersten Mal in einen Club traue...
Ich benutze hier dauernd google maps, wenn ich mir eine Route anzeigen lasse und besonders nett finde ich da den Satellit-Modus, wo dann Fotos aus dem Orbit angezeigt werden. Dabei bin ich auf eine Website gestoßen, auf der man Sightseeing mit google machen kann. Wirklich sehr interessant.
Für ziemliches Aufsehen haben auch die neuen Bilder aus Abu-Ghuraib gesorgt. Meine Güte, da kann einem echt schlecht werden.
Und momentan bewerben wir uns bei atsec um diverse Gelegenheiten, auf Konferenzen Vorträge zu halten. Das schreiben der Zusammenfassungen dauert allerdings immer ein Weilchen, und ich habe den Eindruck, es wird auch nicht wirklich aufmerksam gelesen. Daher werden wir ab jetzt einen Zufallsgenerator nutzen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und die Macher haben sich damit auch schon bei diversen Konferenzen beworben...

14. März 2006

Abflug


Heute habe ich Andrea zum Flughafen gefahren. Was nicht ganz ohne war, denn der Koffer passte nicht ganz ins Auto und so stand der Kofferraum offen. Kleiner Tip: was im Flugzeug als Handgepäck durchgeht, paßt auch in mein Auto. Der entsetzte Blick entspricht dem, den Andrea hatte, als ich vorschlug, für den Flug alles aus dem Koffer in Plastiktüten umzupacken.

12. März 2006

Enchanted Rock - Abstieg


Der Abstieg gestaltete sich leichter als erwartet. Bargenda nutzte die vom Alpenverein strikt abgelehnte "Rolling Stone"-Abstiegstechnik und war damit in Rekordzeit zurück am Basislager. Der wartenden Presse präsentierte sich Bargenda frisch wie der junge Frühling. Die Schilderung der Abenteuer auf dem Gipfel wurden mit enden wollendem Applaus bedacht.

Enchanted Rock - Der Gipfel


Nach unsäglichen Strapazen erreichte das Bergsteigerteam dann doch den Gipfel und konnte sich des wunderschönen Panoramas erfreuen.

Aus dem Logbuch: "Die bereits seit geraumer Zeit über uns kreisenden Buzzards flogen enttäuscht davon und suchten sich woanders leichte Beute. Kurz dachten wir darüber nach, ein paar Studenten zu versklaven, damit sie uns nach unten tragen. Wir sahen davon ab, denn sie waren mit Gitarren und geölten Kehlen bewaffnet."

Enchanted Rock - Vertical Limit


Nach der Querung der in Fachkreisen als "Spalt ohne Widerkehr" bekannten Passage, stellte sich Bargenda tot um weiterer Schmach zu entgehen. Der Versuch, die Karte aufzuessen, um die Expedition zu einem Abbruch zu bringen wurde durch das Heimlich-Manöver unterbunden. Unter Murren nahm die Expedition ihren Lauf, der Gipfel lag in erreichbarer Entfernung.

Enchanted Rock - Teufelsrutsche


Erste Schwierigkeiten machten sich im Team bemerkbar als die gefürchtete "Sohlenqualm"-Passage gemeistert war. Beide Teammitglieder sackten erschöpfungsbedingt auf dem Granit nieder. Bargenda musste mit Büffelextrakt wieder auf die Beine gebracht und durch das Absingen von deutschen Wanderliedern zum Weitergehen gezwungen werden, der Gipfel schien mit einem Mal sehr weit entfernt.

Enchanted Rock - Basislager


Die Erstbesteigung des Enchanted Rock durch das gemischte Team Bargenda/Fabis begann mit den Vorbereitungen im Basislager. Die Stimmung ist gut, es wird mit einem Erfolg gerechnet.

Expeditionsleiterin Bargenda besprach noch einmal kurz die Herausforderungen, die beim Aufstieg zu bewältigen sein würden und leerte danach in einem Zug die Flasche Cola, um den Zuckerhaushalt auf den richtigen Pegel zu bringen.

Hamilton Pool


Unsere Reise in die Wildnis startete mit einem Besuch am Hamilton Pool, einem natürlich Schwimm... äh... teich... nördlich von Austin. Die Anlage ist schon sehr beeindruckend und ebenso naturbelassen. An allen Stellen an denen man vielleicht den Pfad verlassen möchte, steht ein Schild auf dem zu lesen steht, daß man den Pfad hier doch bitte nicht verlassen soll.
Der kleine See läuft in den Pedernales River aus, und da hätte man prima baden können, aber leider hatten wir nur unsere Naturbadeanzüge an, und soweit ist Texas dann doch noch nicht.

11. März 2006

Up, up cowboy!


Die Rodeo-Saison hat angefangen und natürlich mussten wir uns das ansehen. Extreme Bull Riding stand auf dem Programm und die Regeln sind sehr einfach. Jeder Kuhjunge darf zweimal auf einem Bullen reiten und muß acht Sekunden draufbleiben, damit es zählt. Dann gibt es Punkte von 1 bis 100. Zur Hälfte wird die Performance des Cowboys gewertet, die andere Hälfte bewertet die Wildheit des Stieres. Das wird dann alles addiert und wer die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

Vor dem eigentlichen Rodeo gab es allerlei Show, und es wurde auch gebetet (was in Anbetracht der Verletzungsrate bei diesem Sport vielleicht auch ganz gut ist). Dann kam die Nationalhymne und glücklicherweise habe ich die Hut-Etiquette beachtet und meinen neuen Cowboyhut bei beiden Gelegenheiten abgenommen und bin so den zornigen Rufen der Leute hinter mir entgangen, die huttragenden Stoppeln galten, die sich nicht an die Regeln hielten (Haupttodesursache in Texas gleich nach Kaninchenbissen).

Rund um das Rodeo gab es noch allerlei neckische Dinge, stellt Euch die Düsseldorfer Kirmes mit einem Zehntel der Buden vor. In die Freakshow wären wir ja fast reingegangen, aber ich hatte Angst, daß sie Andrea als die "kleinste Frau der Welt" in die Sammlung aufnehmen und ich sie nie wiedersehe.

Und es gab die Warriors in Pink, und erst dachte ich an gay cowboys. Ist es aber nicht, ätsch. Auch wenn "Brokeback" Hollyword des Jahres geworden ist.

Und Andrea hat sich auch geweigert, im Rhinestone Cowgirl einzukaufen. Also wird sie ohne pinken Cowboyhut nach hause fahren. Pfft! Dafür mußte sie sich das Wettfiedeln anhören.

10. März 2006

Nacht der komischen Vögel

Auf unserem Zug durch Austin trieb mich Andreas auch in die "Flamingo Cantina". Der Flamingo, für alle, die es noch nicht wussten, wurde - bevor man ihn zur eigenen Vogelordnung erklärte - aufgrund seiner Stimme den Entenvögeln (Anseriformes) zugeordnet.



Dieses unnütze Wissen nur am Rande, denn die schicke Retroformation oben, die anschaulich aufzeigt, was aus Kurt Cobain hätte werden können, hätte das Schicksal ihm ein Tamburin in die Hand gezwungen, war gar nicht mal schlecht. Vor allem von der offenen Terrasse im 1. Stock aus, wo - umhüllt vom süßen Duft diverser uhm... Räucherstäbchen - ein Bretterzaun den Blick von den Musikern weg, hin zu den Sternen über Austin lenkte.

Wochenende!

Nach einem ausgedehnten Schläfchen haben wir uns ins Nachtleben gestürzt. Allerdings ist es in Austin rückblickend betrachtet vielleicht nicht so clever, erst um halb zwölf den Abend zu beginnen, schließlich kehren sie die Leute ja um zwei Uhr vor die Tür. Genaugenommen schenken sie ab zwei Uhr keine Getränke mehr aus, was dann aber auf das gleiche rausläuft...

Angefangen haben wir mit Improv Theatre im Hideout. Dort war es ziemlich voll, weil Austin gerade das SXSW (South-by-Southwest) Festival zu Gast hat, da verdoppelt sich mal rasch die Zahl der Einwohner.

You, Me and Greg haben mit ihrer Show zum fünften Mal in Folge das Cagematch gewonnen, wieder mit einem vernichtenden Ergebnis (40 zu 7 Stimmen aus dem Publikum). Sie hatten es dem Publikum überlassen, aus sieben Stilmitteln drei auszusuchen. So mussten sie, je nachdem, wer mit wem sprach, stets in shakespearschem Englisch miteinander reden ("Aye knave, thy words are but tricky nymphs!"), durften sich nur Fragen stellen und mussten sich gegenseitig synchronisieren. Und sie haben dabei auch noch eine irre Geschichte gespielt. Verdienter Sieg also...

Unser Weg hat uns dann auch noch in den Club deVille geführt, dessen Hinterhofbiergarten aussieht, wie frisch aus dem Felsen gesprengt. Ganz links kann man gerade noch Andrea als Größenvergleich ausmachen.

Auf der 6th Street gibt es auch einen Künstler, der nur mit Spraydosen und Zeitungspapier bewaffnet in Rekordzeit Bilder produziert. Meist irgendwelche Phantasieplaneten oder ähnliches, aber der Entstehungsprozess ist irre. Und er sieht immer glücklich aus, was mich auch nicht wundert, wenn er den ganzen abend Lösungsmittel atmet.

Kennen Sie den?



Sitzen zwei Mäuse in der Stand-up-Comedy.
Sagt die eine: "Wow! Tolle Show!"
Sagt die andere: "Ach. Alles Käse."

Ähnlich feinsinnigen Humor gab es gestern beim "Notorious Open Mic" im Velveeta Room. Die Räume gehörten früher zu einem billigen Striplokal, dessen erstklassiges Ambiente - "cheesy decor" - dem späteren Comedyclub den Namen gab.
Beim Open Mic darf sich jeder, der will und anmeldet, für drei Minuten erniedrigen. Andreas hat trotzdem nicht mitgemacht. Anderen ist es aber richtig gut gelungen. Unsere Favoritin war eine leicht bekiffte Blondine, die sich über die Feierlichkeiten zur Niederlage von Alamo (s.u.) ausließ: "Oder machen das andere Nationen auch so? Feiern die Juden den Holocaust als special event in der Gruppendusche? Lachgas und Eintritt frei?"
Hmm ... Meine Zeit ist rum. Ich bin raus!

Klirr!

Vor ein paar Tagen ist mir auf der Autobahn ein Stein oder sowas gegen die Windschutzscheibe geflogen und ich hatte einen kleinen Riss drin. Der hat sich dann erst in einen mittelgroßen und dann in einen erschreckenden Riss verwandelt und drohte meine Windschutzscheibe in zwei Hälften zu spalten.
Meine Versicherung kommt für sowas nicht auf, Mazda wollte $700 haben - da habe ich dann doch mal kurz recherchiert. Und - Servicewunderland! - ich habe eine Firma gefunden, die die Scheibe vor Ort austauscht. Inklusive allem Material für $180. Die waren gerade da und haben nicht mal eine Viertelstunde gebraucht. Sogar meine Steuer- und Versicherungsaufkleber sind noch intakt. Das Wochenende kann kommen.

Ach ja: sehenswert!

8. März 2006

Busy

Heute hatte ich meine erste Salsa-Stunde in einem Tanzstudio in Downtown und es war wie erwartet ein Debakel. Aber ich denke mal, das muß so sein. Die Schritte und Figuren sind nicht schwierig, solange man sie in Ruhe üben kann. Aber dann schalten sie die Musik an und ich zumindest kam mir plötzlich vor, als hätte ich mich noch nie im Leben zu Musik bewegt. Als Joe Cocker-Double wäre ich aber durchgegangen. War aber trotzdem lustig und alle, die schon ein wenig weiter waren, haben mich beruhigt, daß es ihnen genauso gegangen ist. Naja, blamiere Dich täglich - ein schönes Lebensmotto. Zumindest habe ich niemandem auf die Füße getreten, das ist ja schon mal ein Teilerfolg.

Im Ego's gab es dann wieder einmal einen Deathmatch-Abend. Zwei tragen ihre Werke vor, einer kommt eine Runde weiter. Als "The Old Europeans" haben Fiona, Neville, Andrea und ich uns als Schiedsrichter betätigt.

Die Nacht brachte dann noch ein prima Gewitter. Das war ein echtes Spektakel und die erste halbe Stunde konnte ich mir trocken ansehen, aber dann begann der Regen und so in etwa stelle ich mir den Monsun vor. Unglaubliche Wassermassen, und es startete ebenso schnell wie es wieder aufhörte. Der Himmel war fast durchgehend von violetten Blitzen erleuchtet. Ich mag Gewitter.

7. März 2006

Abbrechende Fingernägel


Heute hat sich Andrea todesmutig an die Wand geschmissen. Wir waren Klettern und Russell hat Andrea die Grundzüge des Sicherns beigebracht. Und das war auch gut so - aus dem gleichen Grund, aus dem ich einen schlechten Fahrlehrer abgeben würde. Es waren neue Lampen in der Halle installiert worden, und endlich konnte ich in alle Ecken und Winkel der Anlage sehen und mußte nicht die letzten Meter ertasten.
Danach ging es ins Kerbey Lane, wo Betsy und Matt uns einholten. Dort konnte Andrea sich als Meisterin der Diplomatie beweisen: "What do you like about America?" - "Uhm... (lange Pause, zerfurchte Stirn)... The food!"
Nichts als Spaß! Es gibt Situationen, da ist die brutale Wahrheit einfach nicht gefragt: "Haben Sie zugenommen, Frau Geheimrat?", "Sagen Sie Ihrer Gemahlin, das Essen war abscheulich.", "Sie haben aber eine geschmacklos eingerichtete Wohnung."
Hinterher hat mir Andrea aber unter vier Augen gesagt, daß das Essen natürlich nicht alles ist. Die sehr hell reflektierenden Straßenmarkierungen findet sie auch gut.

6. März 2006

Become a hero!

Ich nahm mir vor, die Wurzeln des texanischen Übels zu erkunden. Also ging es am Sonntag mit Andreas auf nach San Antonio, der Geburtsstätte der texanischen Freiheit. Wie der Zufall es wollte, gerieten wir mitten in die Feierlichkeiten des örtlichen Schützenvereins zum 170. Geburtstag der berühmten Schlacht von Alamo.



1836 ließen sich 189 Bürger von General Santa Annas mexikanischer Armee in einem 13-tägigen Gemetzel für die texanische Unabhängigkeit schlachten. Darunter auch James "Jim" Bowie, Erfinder des Bowiemessers und amerikanischer Held. Eine Tatsache, wie ich im Alamo lernen durfte, die in Texas durch das Ausstellen eines Löffels gewürdigt wird. Die Texaner jedenfalls sind mächtig stolz auf diese Niederlage, von der nur ein einziger Zeitzeuge zurückkehrte, um zu berichten.



Wer sich von so viel Heldentum zur Nachfolge inspiriert fühlt, dem möchte ich im Namen des Alamo ein blutiges "Become a hero!" entgegenschmettern und darauf hinweisen, dass dieses Ziel auch dem ungeübten Löffelschwinger zu einem geringen Unkostenbeitrag von 1.000 $ durch den Kauf eines Alamo-Ziegelsteines möglich wird.



Ebenfalls in San Antonio findet man die älteste - und wie ich meine auch kleinste - Kathedrale der Nation: San Fernando Cathedral. Hoffnungsfroh steuerten wir auf dieses Stück amerikanische Urgeschichte zu, bereit, uns in vergangene Jahrhunderte zu versenken und den Geist der Gründerväter auf uns wirken zu lassen. Allerdings besticht dieses 1731 gegründete, ekklesiastische Kleinod im Inneren durch den prähistorischen Charme modernen Reibeputzes und Kirchenfenster, die sich hinter dem künstlerischen Prunk moderner Hinterglasmalerei nicht zu verstecken brauchen.

Die Enttäuschung wurde wettgemacht durch eine Fuhre frischer Austern, die sicherlich geradewegs aus dem San Antonio River kamen, dem wir umgehend mit einer demütigen Bootsfahrt huldigen mussten.



Der San Antonio River liegt gewissermaßen ein Stockwerk unter der Stadt und wird wie ein kleiner Kanal im Stadtinnern zu beiden Seiten von Restaurants und Bars gesäumt, die im Schatten der Häuser und einer recht exotischen Bepflanzung liegen. Außerdem wird er von einer durchaus liebenswerten Fischart bevölkert, die sich auf Moskitolarven spezialisiert hat und somit mindestens so viel Applaus verdiente, wie die weisen Einlassungen unseres Gondoliere - "no sugar or preservatives added" - zur Qualität des Wassers.

Kurz hinter Slaughter Creek ...

... da liegt Austin. Und nun auch ich – bäuchlings im Schlachtgraben zwischen meinen geheiligten Vorurteilen und dem Kampflächeln der amerikanischen Stoßtrupps. Ich weiß nicht, wie dieser Kampf enden wird. Alles was ich tun kann, ist ihn zu dokumentieren. Und deshalb muss er sein: der Gastbeitrag!

5. März 2006

Die große Flatter


Das heutige Großereignis fand auf der I-35 Richtung San Antonio statt. Eine auf dem Highway herumflatternde Plastiktüte raste korkenzieherartig auf mein kleines Auto zu und blieb knatternd am Außenspiegel hängen. Geistesgegenwärtig konnte ich den Moment im Bild festhalten. Ich bin immer noch traumatisiert - und habe der BILD-Zeitung die Story zum Kauf angeboten. Pro Sieben hat Interesse und will daraus das Doku-Drama "Tütenterror - Das Texas-Beutel-Massaker" produzieren. Ich bin ein gemachter Mann!

Ansonsten gab es aber auch noch ein paar andere Dinge zu bestaunen, z.B. Andrea, die sich nach dem Genuß eines halben Stückes Pecan Pie ganz dem chemischen Gewitter in den Geschmacksknospen ihrer Zunge hingibt - und nicht schnell genug eine Zeitung vor ihr Gesicht halten konnte, als ich die Kamera zückte.

 
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