30. April 2006

Don Giovanni


Endlich habe ich mal die Uni gesehen. Superschöne Anlage, das Ganze. Auf dem Bild oben seht Ihr den Turm, auf dem der irre Scharfschütze gesessen und Leute abgeknallt hat. Inzwischen kann man ihn aber wieder besichtigen. Und wenn die Uni-Footballmanschaft gewinnt, strahlen sie ihn in burnt orange, der Farbe der Teamuniform, an.

Die lokalen Satanisten haben auch ein schönes Denkmal errichtet, das finde ich echt prima. Religionsfreiheit ist doch was tolles...

Und mittendrin hat es dann auch noch eine Menge Natur. Also im Vergleich zur Düsseldorfer Uni kann die UT auf jeden Fall nach Punkten siegen.

Ziel der Wanderung war allerdings die Bass Concert Hall, wo Don Giovanni gegeben wurde. Hm, ein fieser Mann, der Liebschaften mit vielen Frauen hat und deswegen in die Hölle kommt. Hmpf. So ein Mist.

29. April 2006

Eeyore's Birthday Party


Heute gab es eine austinitische Spezialität: Eeyore's Birthday Party. Seit 1963 treffen sich die eher liberalen Kreise am letzten Aprilsamstag im Pease Park und feiern einen Tag lang und Georgette hat mich hingeschleift. Wobei der Anlass völlig in den Hintergrund getreten ist. Nun ist es ein prima Hippie-Fest mit Trommelzirkeln, Hula-Hoop-Wettbewerben und jeder Menge Gras, äh... medizinischen Kräutermischungen.

Auf der Website hieß es: bringt ein Kostüm mit. Das haben wir dann auch gemacht und auch am Wettbewerb teilgenommen. Leider haben wir gegen R2-D2 (ein Kind in einer bemalten Mülltonne) und...

...die Horny Frogs verloren. Es war aber trotzdem ein grosser Spaß, denn auch der Moderator hatte schon ein paar kräftige Züge an der Sportzigarette genommen und war dementsprechend gutgelaunt.

Als Miss Dixie und Admiral von Schneider waren wir aber zumindest als Fotomotiv sehr gefragt. Weitere Fotos von einer professionellen Fotografin findet Ihr hier.
Events wie diese lassen dann doch wieder vergessen, daß ich im konservativen Texas lebe. Aber Austin ist eben nicht wirklich Texas...

Slam Off


Am Abend gab es dann den Austin Slam Off 2006, dort wurden aus den zehn besten Slam-Poets die fünf Repräsentanten für den National Poetry Slam gekürt. Die Veranstaltung fand dann auch nicht im Absturzschuppen Ego's statt, sondern im Paramount Theatre auf der Congress Street. Es waren fast tausend Leute da und das hat die ganze Sache total verändert. Die Stimmung war irre, tausend jubelnde Leute ist schon was. Und auch die Künstler haben alles gegeben, einige waren wie verwandelt. Mit anderen Worten, eine irre Veranstaltung. Meine Favoritin war Genevieve van Cleve und sie hat es dann auch geschafft und wird Austin im August vertreten.

Danach habe ich es dann gerade noch ins Hideout geschafft, wo es Improvisationstheater gab. Die Veranstaltung hiess "Maestro" und funktionierte so: zehn Schauspieler spielten allerlei Szenen, die ihnen vom MC vorgegeben wurden. Danach wurden sie vom Publikum bewertet. Nachdem alle dran waren, flogen die drei letzten raus. Und das ging solange weiter, bis nur noch einer da war: der Maestro eben. Die Szenen waren klasse und zum Teil sehr schwierig. Drei Schauspieler mussten eine Person spielen, die Szene war "Alkoholkontrolle". Die drei mussten wie eine Person sprechen - aber natürlich kannten sie den Text auch nicht. Das war irre. Eine andere Gruppe musste eine Schar Animatronic-Figuren spielen (diese Roboter, die in Disneyland Dinge erklären und sich dabei bewegen). Das Thema war "Alamo". Zum Kreischen, zumal sie in einer zweiten Runde alle defekt waren und dementsprechenden Unsinn machten. Mit anderen Worten: Kulturschock. Ach ja... Meine Lieblingsgruppe You, Me and Greg wurden nach neun Siegen in Folge vom Thron gestossen. Eine andere Gruppe aus Houston war angereist und die hatten wohl alle ihre Fans mitgebracht, hehe...

Georgette war währenddessen bei der Wahl der Rose of Tralee von Austin. Sie hat eine paar Mitglieder des lokalen irischen Fußballteams kennengelernt, und die haben sie beschwatzt, daran teilzunehmen. Und während die anderen jungen Damen irische Volkslieder vortrugen und Riverdance neuaufführten, bestand Georgettes Beitrag wohl aus "I really like Guiness", und obwohl ihr das die Sympathien des Publikums eintrug, waren die Juroren nicht überzeugt, hehe.

28. April 2006

Mr. Dynamite


Als ich heute morgen aus dem Haus ging, saß da ein sehr nasser, kleiner Spatz auf dem Boden und guckte mich an. Erst dachte ich: "Gnah, der stirbt auch, wenn ich mich um ihn kümmere", aber dann bellte der Mops des Nachbarn und ich dachte mir: "So nicht".
Eigentlich wollte ich ihn Fiona's Kindern vermachen, die hätten sich bestimmt liebevoll darum gekümmert, aber die sind über's Wochenende weg. Außerdem hatten sie gerade ein Erlebnis mit kleinen Vogelkindern. Tim hatte sechs noch nackte Spatzenküken in sein Zimmer geholt und natürlich starben die wie die Fliegen. Also haben die Kinder sie im Garten begraben - und das eine Küken, das noch lebte, schon mal ins Grab gelegt und zugeschaut. Und am nächsten Tag hatte die Katze alle wieder ausgegraben. Soviel zum Thema Kindheitstrauma.
Also werde ich mich jetzt wohl um Mr. Dynamite kümmern und ihn mit Ballaststoffriegeln vollstopfen.

27. April 2006

Kunst


Nun habe ich auch Kunst in meinem Apartment. Das ist das erste Mal, daß ich mir was teures angeschafft habe. Obwohl meine Gesichtszüge schon fast entgleist wären, als man mir sagte, was das Rahmen kosten sollte. Es ist schon lustig, manche Dinge sind viel billiger als ich dachte (Windschutzscheibe) und andere viel teuerer. Naja, jetzt stehen Avenjah und Destroyah von Glenn Barr auf meinem Kaminsims.

25. April 2006

Quentin Tarantino

Heute war Freiluftkino angesagt und bis zur letzten Sekunde war es fraglich, ob es überhaupt stattfinden würden, denn die Wolken ballten sich gewaltig. Es gab zwei Filme zu sehen, "Savage Seven" und "Hollywood Man". Quentin Tarantino kommt immer mal wieder nach Austin und bringt einige Streifen aus seiner privaten Filmsammlung mit - meist sehr obskure Streifen. Diese Events heißen dann auch passenderweise "QT Fest" und werden in Zusammenarbeit mit der Austin Film Society auf die Leinwand gebracht.
Die beiden Filme heute wurden im Glenn gezeigt, einer Art Naturbühne, wo man sich mit einer Decke auf den Boden schmeißen muss. Ich hatte den Pulp Fiction-mäßigen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und schwarzer Krawatte an, was sich allerdings im Laufe des Abends als Nachteil herausstellte, denn es wurde sehr kalt und windig und ich zitterte mich durch den ersten Film.
Quentin stellte seine Wahl dann auch persönlich noch einmal vor und erzählte einige witzige Details zum Film und man konnte seine Liebe für seltsame Streifen schon verstehen, denn seine Augen glühten, wenn er von einigen der Schauspieler sprach, oder auf bestimmte Schlüsselszenen hinwies. Umlagert war er auf seiner Decke von hippen Filnmstudenten, die sich alle einen abbrachen, um besonders abgeklärt zu wirken, was aber eher niedlich war - Quentin war in Jeans und Schlabbersweatshirt angereist.
Der Film selbst war, uhm, also, naja... nicht umwerfend. Im Grunde ging es um eine Motorradgang in einem Indianerreservat, die sich im Minutentakt in immer neuer Konstellation mit allen anderen prügelte, sich rennen lieferte oder versuchte, die Indianerinnen rumzukriegen. Uhm. Was soll ich sagen: von künstlerisch wertvoll war nie die Rede und diesen Anspruch hat ja auch Tarantino nicht.
Ich habe dann meine cinematographische Coolness unter Beweis gestellt, als ich nach drei Vierteln des Films gegangen bin...

24. April 2006

Der Kongress tanzt


Am 3. Mai bin ich wieder auf einem Kongress. Diesmal ist es der World Congress on Information Technology. Und glücklicherweise ist der diesmal in Austin. Das macht An- und Abreise etwas leichter. Ansonsten regnet es momentan vor allem und ein großer grauer Himmel ist auch gleich ein wenig deprimierender als ein kleiner...

21. April 2006

Ich nehme meinen Hut...


... und kehre in die Heimat zurück.
Es gibt sicherlich Möglichkeiten, eine 16stündige Reise weniger hektisch hinter sich zu bringen, als ich das getan habe. Aber die Umstände waren auch eindeutig gegen mich. Nicht nur, dass die Hälfte der Eincheckbelegschaft von American Airlines (also zwei von vier Leuten) Mittagspause machte, als ich ebendies - einchecken - wollte. Nein, es kam noch viel schöner. Fast pünktlich in Dallas/Fort Worth gelandet, hätte ich theoretisch 40 Minuten gehabt, um von Gate A 29 zu Gate D 36 zu kommen. Bedauerlicherweise konnten wir unser Gate nicht anfahren, weil beim Auftanken der Maschine vorher Benzin verkleckert wurde. Um 14:50 Uhr sollte AA 70 nach Frankfurt abheben. Um 14:45 Uhr kam ich in den höchst zweifelhaften Genuss, mit hängender Zunge als allerletzte Person in eine ausgebuchte Boing 777 zu steigen. Bis zu meinem Platz im hinteren Teil des Flugzeugs hatte ich eine hübsche Menge kleiner Löcher dank all der erdolchenden Blicke. Und als dann noch die Durchsage kam, dass man nicht starten könne, weil noch auf Gepäck gewartet würde, verschmolz ich langsam, sanft und unauffällig mit dem Polster des mir zugewiesenen Sitzes...
Die offensichtliche Strafe dafür, dass ich ohne eigenes Verschulden so spät im Flieger saß, war ungefähr acht Jahre alt, hieß Justus und machte sich in den folgenden zehn Stunden einen Spaß daraus, mir mit seinen Füßen die unangenehmste Rückenmassage meines Lebens zu verpassen. So war an Schlaf nicht wirklich zu denken, und als irgendwann das Licht auf die Welt zurückkehrte, war ich erstaunlicherweise sogar noch in der Lage diesen zugegebenermaßen unheimlich schönen Moment mit der Kamera einzufangen...

Nach dem üblichen Schleifchendrehen über Koblenz und Mainz/Wiesbaden ("Due to unexpected weather...") landeten wir mit einer läppischen Stunde Verspätung. Und wider Erwarten hatte auch mein Koffer den Schnelldurchgang Austin-Fort Worth-Frankfurt bewältigt. So konnte ich erleichtert meinen Krempel in Papas Auto schmeißen und auf der Fahrt zum Frühstücken bei Muttern zum ersten Mal (es folgten ungefähr zwei bis acht Wiederholungen) von Texas erzählen...
Ach ja, und zuhause ist tatsächlich der Frühling angekommen und die Kirschbäume vor meinem Balkon - der glücklicherweise durchaus über Balkonmöbel, aber nicht über zickige, bauwütige Wespenköniginnen verfügt - stehen in voller Blüte... da ist heimkommen gar nicht so schlimm! ;)

Mein Fazit: Texas ist nicht das schlechteste Urlaubsland. Die Gewitter sind in der Tat extrem beeindruckend; die Ins-Wasser-Spring-Möglichkeiten ausreichend und meist höchst erfrischend; das Essen ist erstaunlich abwechslungsreich - so man es denn findet; Freiluftklettern ist dem in der Halle zu 99% vorzuziehen - so man giftige Fauna und Flora meiden kann; Autofahren macht Spaß, auch wenn man nicht immer da landet, wo man eigentlich hin wollte; das Meer hat den selben unbegreiflich-ergreifenden Zauber wie überall; und die Menschen... waren einfach prima. Besonders der eine in der Ferne, der hier jetzt wieder die Federführung übernimmt... Tschüß Andreas, Tschüß Texas, Tschüß Blog!

20. April 2006

Like Ice in the Sunshine


Uff, nicht schlecht. Auch die Hagelkörner sind größer in Texas. Meine Güte, mit einem Mal brach die Hölle los und entgeisterte Menschen drängten sich an meinem Fenster (denn von dort aus hat man einen prima Überblick über einen Teil des Parkplatzes). Dort drehten sich auch schon die Fluten über dem in der Mitte eingelassenen Gulli und das ständige "Plink! Plonk!" der Hagelkörner drang durch die Scheiben zu uns. Gut, daß mein Auto bereits einen Hagelschaden hatte, hehe.

19. April 2006

Neuland


Mir stand der Sinn nach einem 'kurzen' Ausflug, und Andreas empfahl Zilker Park und Barton Springs. Im Süden von Austin, ohne Rush-Hour in 20 Minuten zu erreichen, somit ideal. Auf meine Frage "Kann man da auch parken?!" bekam ich zu meinem Erstaunen die Antwort "Weiß nicht. Ich war da noch nicht". Wow, eine Sehenswürdigkeit, die Andreas noch nicht kannte! Nix wie hin.
Parkplätze waren glücklicherweise ausgeschildert, aber überall stand etwas von 3$ parking fee. Keine Ahnung, wo ich die an wen bezahlen sollte, so wandte ich mich hilfesuchend an ein Pärchen an einem Picknicktisch: "Sorry, I'm a tourist from Germany. Can you tell me where I can get a parking ticket?" - Antwort: "We don't know. We are tourists from the Netherlands..." Na gut, ich hatte mein Bestes versucht, dann eben ohne Ticket. Braucht man vielleicht im Winter nicht, *zwinker*.
Eigentlich war ja der botanische Garten mein Ziel, aber es stellte sich heraus, dass der am anderen Ende des Parks war und es war soo schrecklich schwül... Also blieb ich, wo ich war, und warf mich in die Fluten von Barton Springs - der längste Pool, den ich je gesehen habe. "Three acres in size, the pool is fed from under ground springs and is on average 68 degrees year round."
Es fiel mir nicht schwer, den Nachmittag hier gemütlich zu verplempern. Abends ging es selbstverständlich nochmal zum Poetry Slam, wo es deutlich leerer war und die Qualität der Beiträge deutlich weiter auseinanderklaffte. Ich fand es trotzdem wieder sehr unterhaltsam und wäre nur zu gern am 29.4. beim Slam-Off dabei, schnüff. Und gemerkt habe ich mir wieder viel zu wenig...

"We have been evil to each other on some of the most beautiful places of the world."

18. April 2006

Texasrundfahrt


"Wenn ich 'n See seh, brauch ich kein Meer mehr!"

In diesem Sinne wurden heute malwieder ein paar der texanischen Highland Lakes abgearbeitet. Das ist schon nett hier, diese Unmengen an azurblauen, spiegelglatten Stauseen, auch wenn es natürlich in der Bedrohung durch Wasserknappheit einen ernsten und bitter notwendigen Hintergrund hat. Am Lake Buchanan war außer mir kein Mensch, was wohl damit zusammenhing, dass es ein völlig normaler Werktagsdienstagmittag war. Ich gestehe, dass man sich auf einem meilenlangen Sandstrand tatsächlich _zu_ einsam fühlen kann.
Allzu lange habe ich mich nicht aufgehalten, weiter ging es durch den Inks Lake State Park zu den Longhorn Caverns.



Bedauerlicherweise wurde ich ein Opfer des Reiseführers, der als Öffnungszeiten 10a.m. - 4p.m. angab. Hätte ich mal lieber auf die Homepage geschaut, da steht nämlich, dass im Winter (und den haben wir anscheinend noch) lediglich drei Touren, um 11a.m., um 1p.m. und um 3p.m. stattfinden. Ich erreichte das Gelände um zehn nach eins und sah statt in die Höhlen in die Röhre. Bis drei Uhr warten ging auch nicht, schließlich wollte ich um halb sechs wieder in Austin sein. Nun gut, keine Höhlen.
Abends ging es dann trotz erster Blitze am Himmel mit Matt und John zum Klettern in den Greenbelt. Die Wände da erschienen mir ungleich höher, steiler und bösartiger als diejenigen von Reimers Ranch. Andreas stieg mir eine "neue" Sieben vor, aber selbst die schien mir bereits nach drei Griffen zu schwierig. In der Wand hängend wollte ich ausdiskutieren, ob ich da wirklich hoch will...



Drillinstructor Fabis fuhr überzeugende Argumente auf, und ich war unglaublich stolz, als er mich die Wand tatsächlich hochgebrüllt hatte! :)
Der Tag endete entspannt mit einem spektakulären Gewitter und Tacos bei Matt und Betsy am Pool.

17. April 2006

Pool Day


Nach der vielen Fahrerei am Wochenende schien ein Faulenzertag angebracht. Außerdem musste ja so langsam eine knusprige Urlaubsbräune aufgebaut werden, damit man mir im frühlingsfrischen Deutschland auch ansieht, dass ich auf Erholungsreise war.
Praktischerweise hat das Riata diverse Pools. Ich habe mich für den 'kleinen' entschieden, da war ich bis 16:00 allein und konnte in Ruhe schwimmen, lesen und braten.

16. April 2006

Natural Bridge Caverns


Auf dem Rückweg nach Austin boten sich verschiedenste Attraktionen an, wir entschieden uns schließlich für die Natural Bridge Caverns, unter anderem, weil es oberirdisch so unerträglich heiß war und die Aussicht auf unterirdische 21°C sehr lockend erschien. Nach einem Boxenstopp bei WalMart, bei dem ich geländegängige Schuhe erstand und Andreas das Innere des Autos ein wenig entwässerte, ließen wir San Antonio flott hinter uns (ja, ich habe Fort Alamo verweigert!). Eigentlich waren wir ja auch mal wieder hungrig - Food, Food! - aber irgendwie war uns dann doch wieder kein Schnellrestaurant an der Straße gut genug.

Das Höhlensystem der Natural Bridge Caverns ist, laut diverser Werbung an der I-35, eines der größten in Texas. Der Reiseführer unseres Vertrauens (diesmal "Frommer's Texas", 3rd Edition) erwähnt sie nicht mal, was mich etwas misstrauisch machte, aber Andreas war schon mal dort und konnte somit eine gewisse Sehenswürdigkeit bestätigen.
Die Kalksteinhöhlen sind erst in den 1960ern von einer abenteuerlustigen Studententruppe entdeckt worden und immer noch im Wachstum begriffen. Deswegen darf man auch auf keinen Fall etwas anfassen, der Salzgehalt der Hautfeuchtigkeit ist tödlich für Stalagmiten und Stalagtiten. Da haben wir uns auch ganz brav dran gehalten, statt unschuldige Steine zu belästigen haben wir einfach gestaunt und fotografiert.

Nach 1 1/2 Stunden hatten uns Tageslicht und Hitze wieder... und der Ruf nach Food trieb uns nach New Braunfels zum Smokehouse. Das hatte leider geschlossen. Und nach ungefähr einer weiteren 3/4 Stunde, die wir unter anderem damit verbrachten, im riesigen Outlet-Tempel San Marcos vor geschlossenen Ladentüren zu stehen, landeten wir schlussendlich bei Wendy's. Und das war dann auch in Ordnung - es gab kalte Getränke, mehr wollte ich zu dem Zeitpunkt schon gar nicht mehr...

Wann kommt die Flut?



Also... ich darf jetzt hier auf gar keinen Fall etwas über ungebremste Wasserfluten aus einer in ihrer Funktion ansonsten nicht beeinträchtigten Klimaanlage schreiben... oder von einem überfluteten Beifahrerfußraum, in dem Schuhe und Schokoladenpapierchen kleinen Schiffchen gleich friedlich dahindümpeln...
Dementsprechend: Es ist total super, wenn man sich am Strand den kleinen Zeh in der Autotür eingeklemmt hat und anschließend eiskalte Wasserschauer zur Kühlung des geplagten Gliedes bekommt. Echt. Total. Prima. Nur zu empfehlen. Falls mal jemand in der Situation ist.

15. April 2006

Der Tag am Meer



Der Strand in der Nähe der USS Lexington wirkt schon fast wie ein 'echter', allerdings sieht man statt unendlichem Horizont immer noch das Barrier Island, und so steht doch wieder Autofahren auf dem Programm: Ab nach Mustang Island, der Reiseführer sagt "Die Strände der Mustang-Insel sind mit Sicherheit die schönsten der Region..."



Die kostenlose Fähre bringt uns von Aransas Pass nach Port Aransas, wo wir allerdings vor der Suche nach dem schönsten Fleckchen Sand und Wasser erstmal dem Ruf nach "Food, Food!" erliegen. Außerdem empfiehlt es sich ja sowieso nicht, in der Mittagshitze am Strand herumzuliegen.



Der Nachmittag am Strand war klasse. Man darf über "Beach Access Roads" direkt ans Wasser fahren, so man das dafür geeignete Auto hat. Es geht, wie man sieht, auch mit nicht 100% geländetauglichen Wagen (ok, bei der Abfahrt musste geschoben werden).
Dank des recht stürmischen Windes war es nicht zu heiß - und ebenfalls dank des Windes sahen wir nach einem Ausflug ins lauwarme Wasser aus wie panierte Schnitzel. Aber das war schon in Ordnung...

Lexington


Am Strand von Corpus Christi liegt ein ausgedienter Flugzeugträger, der inzwischen als Museum fungiert. Weite Teile des alten Potts sind begehbar und man kann sich aus nächster Nähe einen Eindruck vom Leben der Matrosen machen. Das war schon beeindruckend, aber auch ganz schön beklemmend.

Besonders das Flugdeck war sehenswert und es gab eine Menge historischer Flugmaschinen zu sehen. Aber ganz schön windig war es auch. Ich kann nur meine Bewunderung für die Piloten aussprechen, die bei Wind und Wetter auf diesem Ding gestartet und gelandet sind.

Und hier noch ein Bild von der "Insel". Da gibt es an einer Seite eine kleine japanische Flagge, die anzeigt, wo sich im zweiten Weltkrieg ein Kamikaze-Pilot samt Maschine in die Brücke gestürzt hat.
Nachts strahlen sie das Schiff blau an, das sieht ziemlich klasse aus.

Crazy Cajun


Der Hunger trieb uns zu einer Verzweiflungstat und so betraten wir mit knurrenden Mägen den Crazy Cajun, ein lokales Restaurant in der Nähe des Strandes von Port Aransas. Die Teller bestanden aus großflächig ausgelegtem Wachspapier auf das das Essen mit Schwung und Freude aus Metallkübeln geleert wurde. Wir hatten die Kombination "Hungry Cajun" und ein halbes Jungschwein (mit Mais und Kartoffeln). Das liebevolle Arrangement ließ uns dann doch noch einmal an der Restaurantwahl zweifeln...

Sieben Minuten später sah der Tisch so aus und ich schäme mich nicht. Es war köstlich.

Corpus Christi



Zwischen Austin und das Meer hat irgendein sehr wenig wohlwollendes Wesen fünf Stunden Autofahrt gelegt. Ächz. Und zu allem Unglück gibt es auch noch fast gar keine Möglichkeit, sich unterwegs den Magen zu füllen. "Food, Food!" war eindeutig der meistformulierte Wunsch des Wochenendes.
Das erste, was man dann endlich von CC sieht, ist die Raffinerie, besser: die Raffinerien. Des Nachts ein hübsches Lichtermeer, tagsüber vor allem beeindruckend riesig, was auf dem Bild vielleicht nicht so ganz nachvollziehbar ist...



CC selbst ist nicht unbedingt eine schöne Stadt, aber es gibt Meer, und was will ich mehr?? Ok, das Meer unmittelbar vor CC ist hauptsächlich Bay und als solche dreckig braun und hat kaum Wellen, aber es schmeckt nach Salz, es weht Meerwind und es gibt kreischende Möwen. Ich lass das mal fürs Erste gelten.

14. April 2006

Untermieter


Die texanische Fauna hat es dann doch noch bis auf meinen Balkon geschafft, und zwar in Form dieser schnuckligen Wespenkönigin, die sich gleich fleissig an den Hausbau gemacht hat. Ich konnte sie dann aber doch dank einer halben Flasche "Windex"-Fensterreiniger zum Umzug überreden, nicht ohne vorher einen kleinen traditionellen Hüpftanz aufzuführen. Denn leider war ihre Exzellenz wenig amüsiert ob der Störung.

Chewtie


Georgette und Gene haben sich ein Wiesel angeschafft. Die Namensgebung gestaltete sich schwierig. Meine Vorschläge (Fur Stick, Hairy Sausage) wurden abgelehnt und das Tier wurde nun Chewtie getauft. Die Stinkdrüsen wurden entfernt, so daß es einen sehr angenehmen Moschusgeruch, mit einem Hauch Honig hat. Wirklich sehr süß, aktiv und zutraulich. Nur die Schlafhaltung lässt noch zu wünschen übrig. Und es erinnert sehr an ein Slinky.

13. April 2006

Allein unterwegs


Dank neu gesägtem Autoschlüssel gab es für Andreas keine Ausrede mehr: Ich wollte das Auto und ich bekam es. Eine schnelle Einweisung ins "Fahren in Texas" (An die Höchstgeschwindigkeit halten - keinesfalls langsamer fahren!; 4-way-stop - Anhalten, wer sich zuerst bewegt, hat verloren; Es darf rechts überholt werden; Bevor der Tank leer ist umkehren und das Auto dem Besitzer aushändigen) und los ging es.
Mit Hilfe einer prima Karte schien der Weg zum Lake Travis leicht zu bewältigen. Tatsächlich bin ich auf dem Weg zum Oasis nicht ein einziges Mal falsch abgebogen, und so konnte ich stolz hoch oben über dem See meinen Magen mit einer Tortilla Soup beglücken.

Derart gestärkt wurde ich ein bisschen übermütig und beschloss, ein wenig um den See herumzufahren. Der dicke fette Autoatlas von Andreas würde mich schon sicher wieder heimschaukeln. Dachte ich.
Es war ein entspanntes Dahingondeln an unglaublichen Häusern vorbei, bei denen Lage und Blick wahrscheinlich schon den Gegenwert einer mittelgroßen Ölquelle hatten, ganz zu schweigen von den Palästen selbst... wow. Bedauerlicherweise hat mich keiner der dort zweifellos residierenden Ölbarone gerammt und anschließend um meine Hand angehalten. Ich wäre in Versuchung gewesen.
Laut Karte sollte der Rückweg eigentlich ganz simpel sein - meilenweit die Anderson Mill Road entlang, und dann nur kurz zweimal abbiegen. So weit, so gut. Was natürlich nicht auf der Karte stand war: "Major Road Works ahead. Road Closed." Das Wort Umleitung existiert im texanischen Verkehrswesen nicht. Den selben Weg zurückfahren wäre klug, aber langweilig gewesen. So folgten ein wenig unangenehme 1 1/2 Stunden mit diversen nicht ganz koscheren Wendemanövern - und natürlich rief, während ich mitten im weiß-der-Himmel-wo war, Andreas an und fragte: "Na, wo bist du?!"

Aber gut, irgendwie fand ich eine Autobahn, die wiederum auf eine Autobahn führte, die nicht völlig falsch war. Und als ich um halb sechs auf den Parkplatz in der Jollyville Road rollte, hatte das Auto auch keinen einzigen Kratzer... abgesehen von denen, die vorher schon da waren, ich schwöre... Und der Tank war auch leer. Ein schöner Ausflug, ein schöner Tag.

Kühlschrank-Vernissage



















 
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