
... und kehre in die Heimat zurück.
Es gibt sicherlich Möglichkeiten, eine 16stündige Reise weniger hektisch hinter sich zu bringen, als ich das getan habe. Aber die Umstände waren auch eindeutig gegen mich. Nicht nur, dass die Hälfte der Eincheckbelegschaft von American Airlines (also zwei von vier Leuten) Mittagspause machte, als ich ebendies - einchecken - wollte. Nein, es kam noch viel schöner. Fast pünktlich in Dallas/Fort Worth gelandet, hätte ich theoretisch 40 Minuten gehabt, um von Gate A 29 zu Gate D 36 zu kommen. Bedauerlicherweise konnten wir unser Gate nicht anfahren, weil beim Auftanken der Maschine vorher Benzin verkleckert wurde. Um 14:50 Uhr sollte AA 70 nach Frankfurt abheben. Um 14:45 Uhr kam ich in den höchst zweifelhaften Genuss, mit hängender Zunge als allerletzte Person in eine ausgebuchte Boing 777 zu steigen. Bis zu meinem Platz im hinteren Teil des Flugzeugs hatte ich eine hübsche Menge kleiner Löcher dank all der erdolchenden Blicke. Und als dann noch die Durchsage kam, dass man nicht starten könne, weil noch auf Gepäck gewartet würde, verschmolz ich langsam, sanft und unauffällig mit dem Polster des mir zugewiesenen Sitzes...
Die offensichtliche Strafe dafür, dass ich ohne eigenes Verschulden so spät im Flieger saß, war ungefähr acht Jahre alt, hieß Justus und machte sich in den folgenden zehn Stunden einen Spaß daraus, mir mit seinen Füßen die unangenehmste Rückenmassage meines Lebens zu verpassen. So war an Schlaf nicht wirklich zu denken, und als irgendwann das Licht auf die Welt zurückkehrte, war ich erstaunlicherweise sogar noch in der Lage diesen zugegebenermaßen unheimlich schönen Moment mit der Kamera einzufangen...

Nach dem üblichen Schleifchendrehen über Koblenz und Mainz/Wiesbaden ("Due to unexpected weather...") landeten wir mit einer läppischen Stunde Verspätung. Und wider Erwarten hatte auch mein Koffer den Schnelldurchgang Austin-Fort Worth-Frankfurt bewältigt. So konnte ich erleichtert meinen Krempel in Papas Auto schmeißen und auf der Fahrt zum Frühstücken bei Muttern zum ersten Mal (es folgten ungefähr zwei bis acht Wiederholungen) von Texas erzählen...
Ach ja, und zuhause ist tatsächlich der Frühling angekommen und die Kirschbäume vor meinem Balkon - der glücklicherweise durchaus über Balkonmöbel, aber nicht über zickige, bauwütige Wespenköniginnen verfügt - stehen in voller Blüte... da ist heimkommen gar nicht so schlimm! ;)

Mein Fazit: Texas ist nicht das schlechteste Urlaubsland. Die Gewitter sind in der Tat extrem beeindruckend; die Ins-Wasser-Spring-Möglichkeiten ausreichend und meist höchst erfrischend; das Essen ist erstaunlich abwechslungsreich - so man es denn findet; Freiluftklettern ist dem in der Halle zu 99% vorzuziehen - so man giftige Fauna und Flora meiden kann; Autofahren macht Spaß, auch wenn man nicht immer da landet, wo man eigentlich hin wollte; das Meer hat den selben unbegreiflich-ergreifenden Zauber wie überall; und die Menschen... waren einfach prima. Besonders der eine in der Ferne, der hier jetzt wieder die Federführung übernimmt... Tschüß Andreas, Tschüß Texas, Tschüß Blog!