Über Schnee zur Sonne

Man sollte nicht in Texas ankommen, wenn in einem anderen Bundesstaat gerade Sturm herrscht. Bis Dallas hatte ich alles Glück der Welt: Fensterplatz, klare Sicht zuerst auf die Heimat (wir sind über Bad Ems geflogen, ich schwöre es!), dann auf Island, dann auf Grönland... dann auf viel, viel Wasser... dann auf Ontario... wow, das war wirklich ganz schön beeindruckend. Zwischendurch gab es die "Chronicles of Narnia", die ich praktischerweise noch nicht gesehen hatte, sowie grottenschlechtes Flugzeugessen und böse Blicke vom Trolley Dolly, weil ich ständig nach Wasser verlangt habe... Die Landung in Dallas war bumpy, und wir hatten über eine halbe Stunde Verspätung, so dass ich die Hoffnung hatte, dass ich nach Einreise und Zoll (der kleine Schnüffelhund hat den sicherlich total illegalen Yogi-Tee in meinem Koffer nicht erschnüffelt!) ruckzuck in den Anschlussflieger steigen könnte. Aber, wie eingangs erwähnt, da war dieser Sturm... in Dallas herrschte blitzeblauer Himmel und Sonnenschein, doch Flug AA 2021 kam aus Richmond. Besser gesagt, er kam eben nicht. Der Abflug verschob sich... von 16:37 auf 17:49 auf 18:25...
Um halb sieben durften wir dann wenigstens endlich in den Flieger, der danach allerdings gut eine halbe Stunde über das Rollfeld rollte... Al neben mir, der im Weinhandel arbeitet und gerade aus Bordeaux zurück kam, versicherte jedoch, dass wir nach Austin fliegen und nicht den kompletten Weg fahren würden... Ächz. So war es dann fast acht, in Deutschland also drei Uhr nachts, als ich mattgepaukt in die Arme meines Abholers sinken durfte.
Der lange, lange Tag endete mit leckerem Essen: Hähnchenfilet mit Tabbouleh und Hummus. Das half mir so weit auf die Füße, dass ich die unmöglich vielen Treppen zu meinem Urlaubsdomizil hochwanken konnte... wo ich dann zum Einschlafen dem Konzert aus höchst abenteuerlichen Geräuschen, die texanische Nachtvögel von sich geben, folgen durfte.




1 Kommentare:
Ehm, Katrin, also. Du musst jetzt stark sein.
Das mit dem nächtlichen Vogelgezwitscher funktioniert in etwa so wie der romantisch lodernde Kamin in seinem Wohnzimmer.
Sag's ihm nicht. Er glaubt dran.
Zwing ihn doch lieber Balkonmöbel zu kaufen, damit er das weniger schöne, aber ECHTE und irgendwie meditative Summen der Mücken an realer Frischluft genießen kann. Oder wenigstens seine Gäste...
*a.
01:41
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